JOHANNES STEINIGER

Mitglied des Deutschen Bundestages

USA-Blog


Fr. 28.02.20

Leandra Götz: Eine Woche in Washington D.C.

Vom 16.-22. November 2019 war ich auf dem Civic Education Workshop. Am 17. habe ich mich um 3 Uhr morgens auf den Weg zum Flughafen in Kalamazoo gemacht und traf dort schon andere Leute, mit denen ich geflogen bin. Zusammen ging es dann nach Chicago und von dort weiter nach Washington D.C.  Im Hotel angekommen wurden wir super lieb willkommen geheißen. Wir wurden in die Grundregeln eingewiesen, haben zu Mittag gegessen, alte Freunde von der VBT getroffen, neue Leute kennengelernt, viel erzählt und haben in unsere Zimmer eingecheckt. Abends, als fast alle da waren (wir sind alle zu unterschiedlichen Zeiten, mit unterschiedlichen Flügen angekommen), gab es Abendessen und noch ein paar Infos, bevor wir mit unserem ersten Workshop zum Thema Leadership angefangen haben. Um 10 Uhr mussten wir in unsere Zimmer und leise sein.

Montag, 18. November

Morgens um 8 Uhr gab es Frühstück, wonach es auch schon direkt nach Capitol Hill ging. Dort bekamen wir alle Gebäude und den Aufbau von Capitol Hill erklärt und sahen uns die Gebäude von außen an.

Es war super interessant, mehr Informationen über die Gebäude und die Geschichten zu erhalten. Ich hatte sehr viele Ahhhh Momente, in denen ich Informationen aus dem Geschichtsunterricht mit diesen Infos verbinden konnte.  Dann ging es für uns in das Newseum. Nach einem Workshop zum Thema Fakenews haben wir uns noch das Museum angeguckt, in dem viel zu den Themen Universal Rights, Free Speech und Free Press ausgestellt und erklärt wurde. Bevor es zum Abendessen ging, hielten wir bei unserem ersten Monument für die Woche an. Dem Franklin D. Roosevelt Memorial. Unser Gruppenleiter erzählte und erklärte uns viel und auch hier hat sehr viel Sinn gemacht, da ich im US Geschichtsunterricht schon davon gehört hatte. Nach dem Abendessen ging es zurück ins Hotel. Dort angekommen hatten wir einen Workshop zu dem Thema, wie man am besten ein neues Projekt, eine Organisation oder einfach einen kleinen Gedanken verwirklicht. Danach wurden wir auf den Besuch in der deutschen Botschaft am nächsten Tag vorbereitet, bis wir dann um 10 (endlich) in unsere Zimmer mussten. Der Tag war anstrengend und wir hatten keine Freizeit. Dem entsprechend, war ich froh als ich im Bett lag.

Dienstag, 19. November

Morgens nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zur deutschen Botschaft. Dort angekommen standen wir das erste Mal, seit wir hier sind wieder auf „deutschem Boden“. Wir hatten eine Simulation zum Thema Flüchtlinge und sprachen dann mit Politikern zum Thema Ausland und Kulturellem Austausch und konnten Fragen stellen. Danach ging es für uns in das National Museum of African American History and Culture. Dort sind wir in Kleingruppen rumgelaufen und konnten uns angucken, was uns interessiert. Ich habe einiges Neues gelernt. Bevor es wieder zum Abendessen ging haben wir das Jefferson, Lincoln und Martin Luther King Memorial besichtigt. Nach dem Abendessen ging es noch nicht zurück ins Hotel. Wir sahen das Weiße Haus von außen an und lernten wieder mal sehr viele interessante Fakten dazu. Nach diesem Halt ging es dann zurück ins Hotel. Dort habe wir unsere individuellen Pläne für den nächsten Tag -den Capitol Hill Tag bekommen und wurden eingewiesen.

Mittwoch, 20. November

Dieser Tag war wohl der entspannteste, aber auch interessanteste in der ganzen Woche. Wir hatten unseren eigenen individuellen Plan mit Meetings mit unseren Representatives und Senators. Ich hatte mein erstes Meeting um 10:30 mit meinem Representative.  Davor habe ich mir die Library of Congress angeschaut, die in einem sehr schönen Gebäude ist. Danach machte ich mich auf den Weg zu meinem Meeting mit Fred Upton, dem Zuständigen von meinem Distrikt in Michigan. Zuerst haben wir mit seinen Mitarbeitern geredet und dann konnten wir sogar mit ihm persönlich reden und Fragen stellen.

Zwischen diesem und meinem nächsten Meeting hatte ich eine Weile Zeit, die ich aber gut genutzt habe und mir den Dom vom U.S. Capitol Building und den Senat Saal angeschaut habe.

Nach dem Mittagessen trafen sich alle CBYX Austauschschüler aus Michigan mit den Mitarbeitern von Debbie Stabenow, der einen Senatorin von Michigan, und führten mit diesen sehr interessante Gespräche. Der Supreme Court durfte natürlich nicht fehlen. Dementsprechend sah ich mir das Gebäude nach meinem Meeting noch an, bevor ich mich wieder mit der ganzen Gruppe im Botanischen Garten traf. Alle Gebäude auf Capitol Hill sind sehr schön und es war toll die Möglichkeit zu haben, sich das alles anzugucken und mit so wichtigen Leuten zu reden. Nachdem wir uns den Botanischen Garten angeguckt hatten aßen wir zu Abend und sind dann zu einem NBA Game gegangen.

Donnerstag, 21. November

Am Morgen stellten wir alle unsere Projektideen und Möglichkeiten, diese zu verwirklichen, vom ersten Tag den anderen Gruppen vor. Dann ging es mit der Metro zu den National Archives. Dort sahen wir uns die originalen Papiere der Decleration of Independence, Constitution of the United States und the Bill of Rights an. Danach ging es zum letzten Museums Besuch in das Smithsonian Museum of American History. Zurück im Hotel hatten wir einen letzten Workshop und haben dann unsere Dokumente und Tickets für die Rückreise bekommen.

Dann war es auch schon so weit und der letzte Abend stand vor der Tür. Wir hatten ein sehr leckeres Abendessen in unserem Hotel und dann eine „Party“. Den Rest des Abends haben wir damit verbracht zu reden und uns zu verabschieden.

Freitag, 22.November: Um 3 Uhr morgens machten wir uns auf den Weg zum Flughafen und es ging zurück nach Hause.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich sehr viel Neues in dieser Woche gelernt habe, was mir auch in meinem weiteren Leben helfen wird und dankbar für jede einzelne Minute bin. Ich hatte einen sehr guten Gruppenleiter, der uns sehr viel beigebracht hat.  Die Woche war sehr gut geplant, auch wenn es sehr stressig war. Was mir auch sehr aufgefallen ist: Washington D.C. ist eine sehr saubere Stadt. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön, da ich ohne das PPP gar nicht diese Woche hätte erleben können.

Die amerikanische Holiday Season

Nach dem letzten Bericht hat die Holiday Season angefangen. Halloween wird hier definitiv größer zelebriert. Es waren fast alle Häuser dekoriert und an Halloween bin ich mit Freunden in ein haunted House gegangen und war auch auf zwei Halloween Partys. Eine mit Austauschschülern aus meiner Nachbarstadt und eine mit Schulfreunden.

Nach Washington D.C. habe ich mein erstes Thanksgiving gefeiert.  Mein Thanksgiving Tag bestand daraus, dass wir das Thanksgiving Abendessen gekocht haben und dann als Familie gegessen haben. Zum Abendessen haben wir Ham/ Schinken (als Ersatz für Turkey), Kartoffelbrei, Süßkartoffelbrei, Bohnen und Rosenkohl gekocht.

Am nächsten Tag ging es Black Friday shoppen. Viele Amerikaner gehen schon um 3AM los, da um diese Zeit an Black Friday die meisten Stores aufmachen. Ich bin mittags mit einer Freundin losgezogen und es waren immer noch sehr viele Leute unterwegs. Die meisten waren mit vielen Tüten beladen. Und dann stand auch schon ziemlich schnell Weihnachten vor der Tür.

Wir haben Family Christmas in der Woche vor dem 25. gefeiert und ein großer Teil der Familie ist zusammengekommen. Am 25. sind wir morgens aufgestanden und haben uns in unseren matching Pyjamas vor den Tannenbaum gesetzt und Geschenke ausgepackt. Der Rest des Tages war eher wie ein normaler Tag. Definitiv anders, aber eine tolle Erfahrung Weihnachten einmal anders zu feiern.

Was sonst so passiert ist

Basketball:

Seit den Tryouts im November spiele ich Basketball in meinem Schulteam. Wir haben täglich Training oder ein Spiel. Die Season ist inzwischen auch schon so gut wie vorbei. Ich bin sehr froh, dass ich mich entschieden hatte Basketball zu spielen, da es super viel spaß gemacht hat, mit meinem Team zu trainieren, besser zu werden und Games zu spielen. Außerdem war ich so deutlich mehr beschäftigt und war mehr unter Leuten.

Community Service:

Ich mache weiterhin Community Service, auch wenn ich seit ich angefangen habe Basketball zu spielen sehr beschäftigt bin. Außerdem habe ich im November 5 Präsentationen über Deutschland gehalten.

Band:

Meine Schule hat sich letztes Jahr mit der Symphony Band dafür qualifiziert bei der Michigan Music Conference spielen zu dürfen. Seit Juni 2019 lief die Vorbereitung und es waren Proben für diese Performance. Am 17. Januar war es dann endlich so weit, nach vielen Proben waren wir in Grand Rapids im DeVos Place und haben im Ballroom performt. Es war eine einzigartige Erfahrung! In der Halle hat es total schön geklungen und es war noch ein viel schönerer Sound, als in unserem Band room. Als Belohnung gab es in der Nächsten Woche Donuts im Unterricht 🙂 

Während der Basketball Season habe ich auch in unserer Pep Band, die während den Varsity games gespielt hat, Querflöte gespielt.         

Am 14. Dezember war an meiner Schule der Snowball/ Winter formal, was quasi ein Tanz ist und man sich schick anzieht. Hier habe ich zum ersten Mal Super Bowl geguckt, was sehr cool war, auch wenn ich Football immer noch nicht zu 100% verstehe.

Am 3. Februar hatten wir keine Schule, weil zu viele Lehrer und Schüler krank waren. Am 6. und 26. Februar hatten wir auch keine Schule, weil wir einen snow day hatten, was heißt, dass du viel Schnee liegt bzw. die Straßen zu gefährlich sind, um zur Schule zu fahren.

Danke, dass sie mir durch die Wahl zur Stipendiatin diese Chance gegeben haben! Jeder Tag hier ist eine Erfahrung und ich habe mich auf jeden Fall geändert seit ich hier bin, in positiver Art und Weise!


Die Zeit vergeht extrem und viel zu schnell

Schule ist wohl neben der Marchingband der Hauptbestandteil meines Alltags. In der Schule läuft es echt gut. Wir haben jeden Tag den gleichen Stundenplan. In der ersten Stunde habe ich U.S. History, dann Englisch, Mathe, Band, Lunch, Cross Training und Biologie. Ich stehe im Moment noch in allen Fächern auf einem A (beste Note) und ich gehe sehr gerne in die Schule. In Mathe langweile ich mich zwar öfter mal, da ich alles, was wir jetzt machen schon in Deutschland gemacht habe und leider in keine höhere Klasse wechseln kann, aber das ist okay. Was erst mal komisch für mich war ist, dass man hier fast alles abgeben muss, also Hausaufgaben, Mitschriften, Warm ups (Fragen am Anfang der Stunde) …alles. Wir haben einen Locker, in den wir alles rein packen müssen, außer das Heft und einen Stift für die jeweilige Stunde. Es gibt fast nur Einzeltische und jeder Lehrer hat seinen eigenen Raum, die meistens auch sehr schön eingerichtet sind. Außerdem haben wir eine App, in der alle Fächer aufgelistet sind und wir alle Noten sehen können, genauso wie unsere Anwesenheit, die jede Stunde geprüft wird. Wir hatten bisher ein Mal lock down und einmal fire drill, also sowas wie Amokalarm und Feueralarm Übungen und sogar einmal ein richtiges Lockdown…Ich hatte zu der Zeit Marchingband und wir waren im Freien…naja es ist zum Glück nichts passiert und wir wissen jetzt auch, was wir machen müssen, wenn wir draußen sind! Inzwischen habe ich mich an alle Dinge, die am Anfang sehr komisch waren gewöhnt und ich gehen sehr gerne zur Schule.

Nun zur Marching Band. Die Marching Band season ist nun leider schon vorbei, aber ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte, Teil einer so tollen Community und Band Familie zu sein. Als ich hier angekommen bin, hatte ich 2 Wochen Marching Band camp. Es war extrem anstrengend und ich habe mich gefragt, warum ich mir das antue. Ich habe an mir selbst gezweifelt und nicht gedacht, dass ich es schaffen würde, drei Lieder auswendig zu lernen und dann während dem marschieren zu spielen. Außerdem mussten wir 50 Positionen, zu denen wir marschieren lernen, für die man sich die Schrittlänge, Richtung, Schrittanzahl, die Musik die man spielt und wann die Flöte hoch und runter soll, merken muss. Jetzt ist die Show fertig und die Marching Band season vorbei. Und was soll ich sagen, die viele Arbeit in den zwei Wochen Camp, jeden Tag eine Stunde im Unterricht und jeden Dienstagabend für 3 Stunden hat sich gelohnt. Wir haben eine tolle Show auf die Beine gestellt, ich habe tolle Freunde gefunden, bin ein Teil der Bandfamilie, war auf Competitions und Football games und habe in diesen 3 Monaten schon eine unvergessliche Erfahrung gemacht. Die Football games habe ich aus der Perspektive der Band mitbekommen. Bei uns in den Stands war immer gute Stimmung, egal ob Regen oder Sonnenschein, egal ob wir verloren oder gewonnen haben. Wir hatten immer Spaß unser Footballteam anzufeuern, kurze Lieder (Cheers) zu spielen und Pregame und in der Pause unsere Show zu performen. Samstage mit Competitions waren unglaublich! Morgens ging es in die Schule um nochmal zu proben, Uniformen anzuziehen und dann ging es auch schon los in den Bus zu den Competitions. Die Busfahrten mit der Band waren immer sehr lustig. Wir haben gesungen, gefeiert und ganz viel Spaß gehabt! Der letzte Samstag mit Competitions war mein highlight. Wir haben an zwei Competitions an einem Tag teilgenommen. Zuerst haben wir, wie gewoht, in Class B (unsere Kategorie, die anhand der Schulgröße und nicht der Bandgröße festgelegt wird) performt. Wir haben ersten Platz belegt und hatten die höchste Punktzahl von allem Bands in allen Kategorien von D bis A und wurden somit Grand Champion, was das höchste ist auf einer Competition, was man erreichen kann. Danach ging es noch zu unserer zweiten Competition, beider wir den 3.Platz belegt haben, aber in Class A! Wir waren super zufrieden und happy. Wir haben gefeiert und haben bei uns im Ort einen escort bekommen (wir wurden bei uns im Ort von der Feuerwehr, Ambulance und Polizei abgeholt) und sind hupend durch die Straßen gefahren und haben das als Anerkennung dafür, dass wir Grand Champion geworden sind bekommen. Es ist definitiv der beste Abschluss der Marching Band Season gewesen! Ich bin traurig, dass es jetzt vorbei ist, aber freue mich auf die weiteren Erfahrungen in der Symphony Band. Ein weiteres Highlight war der Band Tag der Western Michigan University, zu dem viele Highschool Schüler aus Marching Bands gekommen sind und wir haben zusammen mit der Bronco Marching Band deren Halftime show präsentiert.

Da die Marching Band nur eine gewisse Zeit lang war (3 Monate) gibt es hier auch noch andere Bands außerhalb der Marching Band Season. An meiner Schule gibt es noch eine Concert und Symphony Band. In der Concert Band sind normal die jüngeren, oder generell die noch nicht so erfahrenen und nicht so guten und in der Symphony Band, die, die etwas besser sind und auch Mühe in die Band rein stecken. Mein Dirigent wollte, dass ich für ihn vorspielen, damit er entscheiden kann, in welche Band ich soll. Austauschschüler kommen normal in die Concert Band, aber er hatte den Eindruck, dass ich gut spiele. Also habe ich vorgespielt und er hat entschieden, dass ich in die Symphony Band soll. Ich spiele jetzt 1. Flötenstimme und sitze auf dem 3. Stuhl, worauf ich sehr stolz bin. Wir hatten schon die ersten Proben und es macht mir sehr viel Spaß. Ab jetzt haben wir Symphony Band jeden Tag als Unterrichtsfach, worauf ich mich schon sehr freue.

Vom 23.-27. September hatten wir Homecoming Woche. Wir hatten für jeden Tag ein anderes Motto, wie man sich „verkleiden“ konnte. Außerdem hatten wir zwei Versammlungen im Gym, bei denen Wettbewerbe zwischen den Jahrgängen waren, die Sportteams wurden vorgestellt und es wurde der Homecoming Court gewählt. Bei dem zweiten Mal sind wir mit der Marching Band durch die Schule marschiert und haben alle aus den Klassen abgeholt. Die Parade und das Footballgame mussten leider abgesagt, werden, da es gestürmt und gewittert hat.

Ich habe mich dazu entschieden, im Winter Basketball zu spielen. Ich weiß noch nicht in welchem Team ich spielen werde, aber ich gespannt, wie es sein wird, da ich noch nie Basketball gespielt habe.

Nun zu meinem sozialen Umfeld. Mit meiner Gastfamilie komme ich sehr gut klar und fühle mich hier sehr wohl. Ja, es gibt Unterschiede, mit denen man klarkommen muss, aber das ist normal. Ich verstehe mich sehr gut mit meiner Gastfamilie, die inzwischen meine 2. Familie ist. Anfang September ist leider die Großmutter verstorben, was für mich eine sehr komische Situation war, da ich sie nicht wirklich kannte und auch bei der Beerdigung habe ich mich etwas fehl am Platz gefühlt, da ich einerseits zu Familie gehöre, aber andererseits die neue bin und die Oma auch nicht wirklich kannte. Ich habe die Situation aber gut gehändelt und es war auf jeden Fall auch eine Erfahrung, an der ich gewachsen bin. Freunde habe ich auch gefunden, mit denen ich auch immer Spaß habe.

Mit der Sprache habe ich fast keine Probleme. Im Unterricht und in der Kommunikation habe ich keine Schwierigkeiten. Manchmal musste ich Fachwörter in Geschichte und Biologie nachschauen, aber inzwischen habe ich keine Probleme mehr und mein Englisch wird auch besser (und mein Deutsch schlechter :/ ).

Das Essen hier ist sehr Klischee mäßig, also es stimmt schon, dass hier sehr viel Fastfood und Fleisch gegessen wird, genauso wie Toastbrot. Für mich ist es etwas ungewohnt und ich bevorzuge auch etwas gesünderes Essen, aber es ist ein anderes Land, mit anderer Kultur…und auch anderem Essen.

Ich mache meinen Community Service bei einer Tagesmutter und spiele dort mit den Kindern, lese Bücher vor, helfe zu organisieren und aufzuräumen. Außerdem helfe ich bei TRAM, was für Three Rivers Area Mentoring steht. Nach der Schule kommen Kinder dort hin und wir machen Hausaufgaben mit den Kindern, lesen und gehen raus und spielen. Ich liebe es dort hin zu gehen, da ich gerne mit Kindern arbeite und dass auch in Deutschland gemacht habe.

In weniger als einem Monat habe ich schon meinen Workshop Washington DC. Das Programm klingt super und meine Vorfreude ist groß. Vor kurzem habe ich Senior Fotos gemacht. Zusammen mit meiner Gastschwester, Mutter und einer Fotografin sind wir in einen Park gefahren und haben die traditionellen Fotos gemacht. In Deutschland wusste ich nicht, dass sie hier sowas machen.

Jeder Tag ist eine Erfahrung! Ich bin unfassbar dankbar, dass ich diese Erfahrung machen darf und freue mich auf die nächsten Monate!

Liebe Grüße aus den USA,

Leandra


Tina Scherner: Die ersten zwei Monate in Wisconson

Ich bin jetzt schon seit 2 Monaten in den USA. Die Zeit vergeht hier rasend schnell.

Am 30.August bin ich in Frankfurt in den Flieger gestiegen und habe meiner Familie und meinen Freunden zuhause in Deutschland Auf Wiedersehen gesagt. Zuerst bin ich mit anderen Austauschschülern und einem Betreuer von meiner Austauschorganisation YFU nach Chicago geflogen. Dort hatten wir dann alle Zubringerflüge zu unserer Gastfamilie. Ich bin weiter nach Green Bay geflogen. Da habe ich meine Gastfamilie getroffen und wir sind nach Marinette gefahren. Die Stadt, die für die nächsten 10 Monate mein Zuhause sein wird. Marinette ist eine 10.000 Einwohner Stadt, die am Südufer der Mündung des Menominee River in der Green Bay des Lake Michigans liegt. Meine Gastfamilie besteht aus meinen Gasteltern und meinem Gastbruder. Die ersten Tage waren wir am See und haben eine Bootstour auf dem Menominee River gemacht.

Am 4.September hat auch schon die Schule angefangen. Hier gehe ich auf die Marinette High School, die ungefähr 600 Schüler hat. In meiner Schule hat man jeden Tag die gleichen vier Fächer für jeweils 90 Minuten. Dieses Semester habe ich Mathe, US History, Earth Science und American Literatur. Ich habe jeden Tag von 7:55 bis um 15:15 Schule und danach noch zwei Stunden Cross Country Training. Cross Country wird auch als Querfeldeinlauf oder Geländelauf bezeichnet. Wir haben jede Woche einen Wettkampf, bei dem wir gegen andere Schulen antreten. Die Schule hier ist sehr unterschiedlich im Vergleich zur deutschen Schule. Ich bin auch von dem amerikanischen Schulsystem nicht so begeistert, aber sonst gefällt es mir hier sehr gut.

Ich durfte in den letzten Wochen hier schon Einiges erleben.

Am 15. September hatte ich meinen ersten Cross Country Wettkampf. Bei Cross Country werden die
Wettkämpfe als Meet bezeichnet. Also hatte ich mein erstes Cross Country Meet, das auch gleichzeitig unser Home Meet war, also unser Wettkampf zuhause. Die Distanz der Meet Strecke ist immer 3 Meilen. Das sind umgerechnet ungefähr 5 Kilometer. In Amerika sind die Sportteams in Varsity und Junior Varsity unterteilt. Varsity laufen immer die 6 Besten aus dem Team und Junior Varsity dann die Anderen. Ich bin Junior Varsity gelaufen. Bei unserem Home Meet hatten wir eine großartige Unterstützung vor einer heimischen Kulisse und man hat den Zusammenhalt untereinander und den bekannten amerikanischen High School Spirit stark bemerkt.

Am 22.September sind wir nach Antioch, Illionis gefahren. Dort haben wir das The Lights Festival besucht.Auf dem The Lights Festival schreibt man seine Wünsche auf Papierlichter und lässt diese dann alle zusammen steigen. Als wir die Lichter dann alle zusammen steigen ließen, war das ein wunderschöner und ein beeindruckender Moment. Die Nacht verbrachten wir dann in einem Hotel. Am nächsten Morgen frühstückten wir in einem amerikanischen Dinner. Auf dem Heimweg machten wir einen Zwischenstopp in Milwaukee im Public Museum.

Die folgende Woche hatte ich dann mein zweites Cross Country Meet. Das hat an der Waupaca High School stattgefunden, die ungefähr zwei Stunden von uns entfernt ist. Um rechtzeitig dort zu sein, wurden wir zwei Stunden früher aus der Schule entlassen. Es ist an deiner amerikanischen High School ganz normal Unterricht wegen Sport Wettkämpfen zu verpassen.

Die Woche vom 24. bis zum 29. September war auch die Homecoming Woche an meiner Schule.
Homecoming ist wenn die ehemaligen Schüler wieder zurück in die Stadt kommen und das ist dann, wie der Name schon sagt, eine Art nach Hause kommen. Homecoming wird mit einem Football Spiel, einer Assembly und einem Tanz gefeiert. Die Assembly habe ich leider verpasst, weil wir zu unserem Cross Country Meet gefahren sind. Das Football Spiel hat dann freitags stattgefunden. Diesen Freitag hatte ich auch keine Schule. Samstags hat dann der Tanz stattgefunden.

Am 13.Oktober hatte ich dann mein letztes Cross Country Meet. Das war die North Eastern Conference, die ungefähr so etwas wie die Kreismeisterschaft ist. Die besten Einzelläufer und Teams der Varsity Gruppe qualifizieren sich für die Sectionals, die die Woche darauf stattgefunden haben. Unsere Varsity Mädchen und Jungs Teams haben sich für die Sectionals qualifiziert.

Am 20.Oktober hat es auch schon das erste Mal geschneit.

Am 21.Oktober sind wir auf ein Pumpkin Patch gefahren, das ist ein riesiges Kürbisfeld und dort kann man dann seinen Kürbis für Halloween aussuchen. Unsere Kürbisse haben wir auch am gleichen Tag ausgehöhlt.

Am 26.Oktober hatte ich Early Release, das heißt, dass ich nur einen halben Tag Schule hatte und schon um 11:30 aus. Den folgenden Freitag hatte ich dann schulfrei. An diesem Tag bin ich mit meinem Cross Country Team auf das Wisconsin State Cross Country Meet gefahren, weil sich einer unserer Läufer dafür qualifiziert hat. Wir sind alle mit ihm dorthin gefahren um ihn anzufeuern und zu unterstützen. Auf dem State Cross Country Meet treten die besten Läufer und Teams des Staates gegeneinander an. Wir sind schon freitags losgefahren, weil das Meet in Wisconsin Rapids stattgefunden hat, was ungefähr 3 Stunden von uns entfernt ist. Die Nacht verbrachten wir dann in einem Hotel In Stevens Point. Am nächsten Morgen fuhren wir dann zur Wettkampfstrecke, die auf einem Golfplatz war. Es hat unglaublich Spaß gemacht sich alle Wettkämpfe anzuschauen und unseren Läufer anzufeuern.

Und Halloween kam auch schon schneller als gedacht. Ich bin mit meiner Gastfamilie zusammen in unserem Block für Süßes oder Saures rumgelaufen, was in Amerika Trick or Treat heißt. In Amerika wird Halloween auch viel größer veranstaltet als in Deutschland. Die ersten Häuser waren schon Anfang Oktober dekoriert und hier muss man noch nicht einmal an den Häusern klingeln, weil die Leute schon vor dem Haus stehen und auf einen warten.

Am 1.November hatte ich dann Fall Sport Awards Verleihung. Das ist eine Veranstaltung, wo alle Sportler, die einen Herbstsport ausgeübt haben, geehrt werden. Zuerst gab es einen offiziellen Teil, in dem alle Trainer der Herbstsportarten etwas zu der Season erzählt haben. Danach hatte jedes Sportteam noch einen eigenen Part. Dort werden dann die Wards für 1,3 oder 4jährige Teilnahme am Sport verliehen. Ich hab den Award für ein Jahr bekommen. Das ist ein Patch für die College Jacke. Das Cross Country Team ist eigentlich wie eine große Familie und wir sind richtig zusammengewachsen während der Season. Ich werde diese Zeit sehr vermissen.

Am 6.November finden in den USA die Kongresswahlen statt. Das sind die Halbzeitwahlen. Dort werden alle Sitze des Repräsentantenhauses, ein Drittel der Sitze des Senates und die Gouverneure in 36 Staaten und 3 Territorien neugewählt. Den Wahlkampf merke ich schon seit dem ich hier bin. Die Leute, die für eine Partei sind, haben hier meistens ein Schild, was sozusagen einem Wahlplakat entspricht, im Vorgarten stehen. Aber generell wir hier und in der Schule eher wenig darüber geredet.

Man lernt hier jeden Tag etwas Neues dazu. Ich freue mich sehr auf die nächsten 8 Monate und bin sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit habe ein Auslandsjahr zu machen.


Elf Monate in den USA mit dem PPP

Nach elf Monaten in den USA mit dem Parlamentarischen Patenschaftsprogramm bin ich nun nach Deutschland zurückgekehrt. Auch wenn für viele von euch elf Monate ohne Familie und Freunde lang scheinen mögen, rate ich jedem von euch, der ernsthaft darüber nachdenkt ein Auslandsjahr in den USA zu machen, sich für das PPP zu bewerben und den Mut zusammenzufassen ins Ausland zu gehen. Auch wenn dieses Jahr nicht immer leicht war, da man sich an viele neue Gegebenheiten anpassen muss und immerhin für ein Jahr mit einer fremden oder zumindest anderen Familie leben muss, möchte ich die Erfahrung nicht missen müssen. Zum einem hatte ich die Möglichkeit, durch den engen Kontakt zu Freunden und Gastfamilie die Vereinigten Staaten und ihre Politik und Gesellschaft besser und genauer zu verstehen. Natürlich ist es immer hilfreich sich in Themen, an denen man Interesse findet, einzulesen, jedoch geht das Verständnis natürlich tiefer, wenn man das Wissen oder die Vermutung durch persönliche Gespräche bestätigen oder eben auch verbessern kann. Abgesehen vom neuen Wissen, das ich über Themen wie das politische System der USA, Rassismus in den USA und soziale Ungleichheit und Armut, sammeln konnte, ist es für mich unglaublich toll zu sehen, wie sehr dieses Jahr zu meiner persönlichen Entwicklung beigetragen hat und mir wirklich geholfen hat herauszufinden, wer ich bin.

Meine Highlights

In meinen elf Monaten in den USA habe ich viel erlebt und das macht es natürlich schwer ein Highlight herauszustellen. Besonders toll und interessant fand ich jedoch meinen Trip nach Washington D.C. zusammen mit über 100 anderen PPPlern im Dezember bei dem wir alle viel über amerikanische Politik und Geschichte lernen können. Wenn ihr etwas mehr über meine Woche in Washington D.C. wissen wollt, könnt ihr gerne mehr in meinem vorangegangenen Blogeintrag nachlesen. Des Weiteren war es für mich natürlich auch ein Highlight in der Bucht von San Francisco in Kalifornien zu leben, das mir abgesehen vom schönen Wetter und Natur, natürlich auch Zugang zu vielen Möglichkeiten verschafft hat. Im April nahm ich an einem viertägigen Programm der University of California Berkeley über Vietnam teil und konnte dort viel über eine mir völlig unbekannte Kultur lernen und neue Freunde finden. Insgesamt finde ich, dass das größte Highlight wohl die tolle Gemeinschaft war, die ich in meiner Heimatstadt gefunden habe. Von den Leuten mit denen ich Kindern Nachhilfe gab zu meinen Lehrern und meinen Freunden. Das größte Geschenk dieses Auslandjahr für mich waren die tollen Menschen die ich treffen durfte und die neuen Freundschaften die daraus entstanden sind.

Von San Francisco über Dallas nach Philadelphia, New York und Boston

Bevor es für mich zurück nach Deutschland ging, hatte ich das Glück noch einmal mit meinem Freund die USA bereisen zu können. Auf meiner großen Ostküsten-Rundreise konnte ich neun neue Staaten besuchen. Als erstes flogen wir nach Dallas, einer Großstadt, in deren Umland über sieben Millionen Menschen leben, um dort ein Familienmitglied meines Freundes zu besuchen. So durfte ich dann auch Texas sehen, das für mich aus Kalifornien kommend, in gewisser Weise schon ein Kulturschock war, da es im Grunde das komplette Gegenteil Kaliforniens ist. So konnte ich in Texas zum Beispiel Menschen sehen, die Waffen offen auf der Straße getragen haben, was in Kalifornien strengstens verboten ist. Nach einem Tag in Texas flogen wir dann weiter nach Philadelphia und starten von dort unsere Reise. Wir besuchten unter anderem das Gebiet in dem die Amish in Pennsylvania zu Hause sind, die Treppenstufen über die Rocky gerannt ist und haben in New York den Times Square, das Denkmal für den 11. September sowie das Hauptquartier der Vereinten Nationen dank einer Führung der deutschen Vertretung vor Ort gesehen. Mein absolutes Highlight der Reise war definitiv der Blick hinter die Kulissen bei den Vereinten Nationen, da dies eher selten möglich ist. Des Weiteren hat mir die Stadt Boston im Nordosten der USA auch sehr gut gefallen, da sie sehr malerisch an einer Bucht am Atlantik gelegen ist und etwas entspannter als New York City ist.


Vom liberalen Herz Amerikas ins Zentrum globaler Macht

Februar 2018: Auf geht’s an die Ostküste! Eine Woche in Washington D.C.

Wie für 100 andere PPPler auch, hieß es für mich „Koffer packen“ am Anfang des letzten Dezembers. Alle PPP-Stipendiaten haben das außergewöhnliche Privileg eine Woche voller Workshops, Museumsbesuche und Touren in der Hauptstadt Amerikas, Washington D.C., zu verbringen. Für mich bedeutete das erst einmal einen langen Flug von 5 Stunden und eine komplett andere, und vor allem kältere Welt, als die der Westküste. Durch meinen langen Flug kam ich als einer der letzten an und nach dem Abendessen gingen dann auch direkt die Workshops zum Thema „Leadership“, also ungefähr Führungsqualitäten, los. Am nächsten Tag stand dann ein Seminar zum Thema Medienethik im Newseuem, einem Museum, das sich voll und ganz auf den ersten Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, also Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit und Meinungsfreiheit, konzentriert, auf dem Programm. Unser Dienstagvormittag stand voll und ganz im Zeichen der Diplomatie und wir simulierten einen diplomatischen Verhandlungsprozess über eine Flüchtlingskrise in einem fiktiven Land mit unterschiedlichen Akteuren, mit natürlich gegensätzlichen Interessen. Ein weiteres Highlight des Tages war der Besuch von Holger Mahnicke, einem hochrangigen Diplomaten in der Deutschen Botschaft in Washington D.C. und Jennifer Zimdahl Galt, die ehemalige amerikanische Botschafterin in der Mongolei und neue Leiterin der Abteilung für Bildung und Kultur im Amerikanischen Außenministerium. Besonders interessant waren auch die Besuche des Lincoln, Jefferson, Franklin D. Roosevelt und Martin Luther King Memorials, bei denen wir viel darüber gelernt haben, wie Geschichte in den Vereinigten Staaten gelehrt, abgebildet und auch politisch missbraucht und beeinflusst wird.

 

 

Captiol Hill Day – Ein Tag im Zentrum der Macht

Unseren Mittwoch verbrachten wir fast ausschließlich im Gebiet rundum das Kapitol, dem Sitz der beiden Kammern des amerikanischen Parlaments: Dem Repräsentantenhaus und dem Senat. Abgesehen von unseren Treffen mit Senatoren und Repräsentanten hatten wir den ganzen Tag Zeit um uns selbst umzusehen. Dieser Tag war das definitive Highlight für mich, da ich das Glück hatte an einer Sitzung des Supreme Courts, dem obersten Gericht der Vereinigten Staaten, teilzunehmen und Sitzungen des Senats und zweier Ausschüsse besuchen zu können. Die erste Ausschusssitzung beschäftigte sich mit dem Thema Sicherheit der Vereinigten Staaten und es wurde viel über die Bestrebungen der Vereinigten Staaten im Bereich der Terrorismusbekämpfung geredet. Die zweite Sitzung war vor allem für uns Europäer sehr interessant, da sie sich mit dem Brexit befasste und es war erstaunlich zu sehen wie unterschiedlich die Meinungen zum Thema Brexit von Demokraten und Republikanern sind. Nachmittags durfte ich dann den Abgeordneten im Repräsentantenhaus, Jerry McNerney von den Demokraten, für meinen Wahlbezirk treffen. Er empfing mich freundlich und war sehr interessiert an meinen Erfahrungen hier in den USA und in Deutschland. Außerdem hatte er besonderes Interesse an der Deutschen Geschichte und wie wir von ihr lernen können. Insgesamt, nehme ich viele tolle, spannende aber auch zum Nachdenken anregende Eindrücke und Erlebnisse mit zurück nach Kalifornien und später auch nach Deutschland von meinem Aufenthalt in Washington. Es war eine unglaublich tolle Zeit und äußerst schön alte Freunde von den Vorbereitungstagungen wiederzusehen und mit ihnen diese wunderbare Stadt zu erkunden.


San Francisco Bay Area

Dezember 2017: Rundflug

Ende September hatte sich mein Gastvater eine ganz besondere Überraschung für mich überlegt. Zusammen mit meinem Gastbruder machten wir uns auf den Weg zu Attitude Aviation am Livermore Municipal Airport, ca. 30 Minuten von Brentwood entfernt. Dort trafen wir Phil, einen Bekannten meines Gastvaters, der uns mit auf einem Rundflug über die San Francisco Bay Area nahm. Wir starteten zuerst in Richtung Norden und flogen über einige Vorstädte und vorbei an unserem Hausberg Mount Diabolo, um dann über das Wasser, vorbei an den wohlhabenden Orten, mit Ihren schönen Häusern, nördlich der Golden Gate Bridge in Richtung der Golden Gate Bridge einzudrehen. Nachdem wir die berüchtigte Gefängnisinsel Alcatraz und die Golden Gate Bridge überfolgen haben, flogen wir ein Stück in den Pazifik hinaus und umkreisten dann die Skyline von San Francisco und hatten einen atemberaubenden Blick über die Stadt. Auf dem Rückweg flogen wir dann noch an Oakland und der bekannten Universität UC Berkeley vorbei und ich sah meine High-School aus der Luft. Nach ca. eineinhalb Stunden war die atemberaubende Tour per Kleinflugzeug dann auch schon wieder vorbei.

Mein erster Halbmarathon – über die Golden Gate Bridge

Als sich eine erfolgreiche Cross Country Saison langsam aber sicher zu Ende neigte, fasste ich zusammen mit einem Freund den Entschluss einen Halbmarathon laufen zu wollen. Mein großer Traum war es, einmal an einem Rennen über die Golden Gate Bridge oder zumindest in San Francisco teilzunehmen. Schließlich war meine Suche erfolgreich und ich meldete mich für den Golden Gate Halbmarathon an. Nachdem ich eine Nacht in San Francisco verbracht hatte traf ich meinen Freund um 6 Uhr morgens in der Nähe des Starts. Um 7 Uhr, pünktlich zum Sonnenaufgang ging es dann los und 4500 Läufer machten sich auf den Weg durch die Straßen von San Francisco und durch das ehemalige Militärgelände Fort Presidio, direkt an der Bucht von San Francisco, zur Golden Gate Bridge. Auf der Golden Gate Bridge wurden wir von einer atemberaubenden Aussicht auf die in der Morgensonne schimmernde Skyline von San Francisco belohnt. 13.1 Meilen und 1 Stunde, 38 Minuten und 30 Sekunden nach dem Start wurde die Anstrengung dann mit einer Medaille belohnt. Insgesamt schaffte ich es auf Platz 155 und machte eine der besten Erfahrungen meines Lebens.

Los Angeles, Generalkonsulat und Model United Nations

Mitte November stand dann meine erste Model United Nations Konferenz an, die ich schon mit großer Vorfreude erwartet hatte. Bei Model United Nations geht es darum, die Vereinten Nationen (United Nations) möglichst realistisch nachzubilden, um so Teamfähigkeit, Debattiertechniken und diplomatisches Verhalten zu verbessern. Jede Person wird einem Ausschuss und einem Land, bzw. einer Person zugewiesen, dessen oder deren Standpunkt er oder sie zu vertreten hat. In meinem Fall war ich Federica Mogherini, die EU-Kommissarin für Außen- und Sicherheitspolitik aus Italien und ich war der Europäischen Kommission zugewiesen. Hierbei handelt es sich zwar nicht um ein UN-Gremium, da die Model United Nations Konferenz an der University of California Los Angeles jedoch so groß ist, gibt es dort einige speziellere Ausschüsse wie die EU-Kommission. In meinem Ausschuss beschäftigten wir uns an zwei Tagen mit einem Europa nach dem Brexit und den Russischen Einmischungen in europäische Politik. Zusammen mit ca. 30 anderen Jugendlichen (1500 insgesamt) debattierte ich mögliche Lösungen für diese Probleme und konnte viel Nützliches lernen und hatte eine Menge Spaß während diesem Wochenende in Los Angeles. Des Weiteren hatte ich zusammen mit meinem MUN Club die Möglichkeit das deutsche Generalkonsulat in Los Angeles besuchen und beim Gespräch mit Generalkonsul Neumann konnten wir viele Fragen klären und fanden es alle sehr interessant einen kleinen Einblick in das Leben eines Diplomaten zu bekommen. In den Herbstferien konnte ich bereits das Deutsche Generalkonsulat in San Francisco besuchen und habe viel über Diplomatie und eine Karriere im Auswärtigen Amt von Vizekonsul Patrick Heinz gelernt, der sich unglaublich viel Zeit für meine Fragen genommen hat.

 


Angekommen in Kalifornien

Oktober 2017

Es sind nun nahezu 6 Wochen vergangen seitdem die Schule in meinem Schulbezirk begonnen hat. Im Gegensatz zu vielen anderen Schulen in Amerika, beginnt bei mir die Schule früher, dafür haben wir jedoch mehr Ferien abgesehen von den sonst sehr langen Sommerferien. In diesen sechs Monaten habe ich mich super eingelebt und viele Freunde gefunden.

Jede Schulstunde dauert ca. eineinhalb Stunden und zwischen jeder Stunde haben wir 7 Minuten Pause plus eine halbe Stunde Mittagspause. Somit beginnt die Schule um 8.15 Uhr und endet um 15 Uhr. Danach geht es für mich jeden Tag für mindestens eineinhalb Stunden zum Cross Country Training. Dies ist nichts anderes als Langstreckenlaufen auf unterschiedlichen Gelände, wie Wald, Feld, Hügel, Berge, Wiesen usw. über 3.2 bzw. 5 Kilometer. Meistens haben wir jede Woche ein Rennen und ich habe es bereits in die Top 7 der Schule für das nächste Rennen geschafft, bei dem wir gegen 44 andere Schulen antreten werden! Langsam aber sicher laufen auch die unterschiedlichen AG’s in der Schule an und ich werde am Model United Nations Club, dem Politics/Government Club, Key Club sowie Latinos Unidos Club teilnehmen.

Politik in meinem Umfeld und in der Schule

Überraschenderweise habe ich den Eindruck bekommen, dass sich hier in Kalifornien viele junge Leute für Politik interessieren. Speech & Debate ist daher meine Lieblingsklasse, da es dort häufig zu hitzigen und interessanten Diskussionen kommt, vor allem weil einige Schüler doch sehr konservativ eingestellt sind. Insgesamt ist die Einstellung doch sehr liberal. Dies führt jedoch unweigerlich auch zu Konflikten, so wurde meinem Geschichtslehrer von anderen Lehrern vorgeworfen ein Kommunist zu sein, da er sehr liberal eingestellt ist. In der Tat versucht er jedoch uns Schüler häufig zu provozieren und zum Denken anzuregen, was an amerikanischen Schulen, meiner Meinung nach, häufig zu kurz kommt. Das dominante Thema der letzten Wochen war vor allem Nordkorea, was aber durch die Katastrophen in Texas und Florida in den Hintergrund rückte. Viele Amerikaner und in meinem Umfeld waren und sind tatsächlich sehr besorgt über einen Atomschlag Nordkoreas – vor allem, da wir uns an der Westküste befinden.

Sacramento, die Hauptstadt des Golden State

In den letzten Wochen bin ich viel in Nordkalifornien herumgekommen und war unter anderem im wunderschönen Küstenort Monterey. Letztes Wochenende ging es mit meiner Gastfamilie nach Sacramento. Die Hauptstadt, die häufig im Schatten des bekannteren San Francisco steht liegt in der Mitte Kaliforniens. Über 2 Millionen Menschen leben im Großraum Sacramento und es ist auch als die Stadt mit der vielfältigsten Bevölkerung bekannt. Tatsächlich hat die Stadt viele Facetten, was mir unglaublich gut gefallen hat! Begonnen haben wir im State Capitol. Dem Sitz des kalifornischen Parlaments, das aus einem Ober- und Unterhaus besteht. Besonders gefallen hat es mir die Plenarsäle der beiden Kammern zu sehen und auch in restaurierte Büroräume schauen zu können. Im Gegensatz zum deutschen Bundestag war ein riesiger Bereich des Gebäudes zugänglich, was mich sehr gefreut hat. Schließlich fuhren wir durch das moderne Downtown zum Old Town, das heute noch den Charme einer alten Westernstadt hat, in deren Hintergrund moderne Wolkenkratzer in die Höhe ragen. Abends besuchten wir einen Art Walk, eine Art Tag der offenen Tür der Ateliers der Stadt, in Midtown. Midtown ist der junge und hippe Stadtteil Sacramentos. Der Art Walk fand im LGBTQ-Viertel der Stadt statt, wo gleichzeitig noch ein Straßenfest stattfand, was dem Ganzem ein besonderes Flair verleihen hat. Da in Kalifornien Marihuana legal ist, fanden sich dort auch viele Menschen, die Marihuana auf der Straße rauchten und auf dem Straßenfest gab es Stände, die Marihuana zum Verkauf anboten. Ein Bild, das man so in Deutschland nie sieht.


Tim aus Rheinland-Pfalz

August 2017: Wer ich bin

Ich heiße Tim, bin 16 Jahre alt und komme aus einem kleinem Ort in der Vorderpfalz. Gerade habe ich die zehnte Klasse eines Gymnasiums abgeschlossen und bin nun seit dem 25. Juli in den Vereinigten Staaten. Einer der Hauptgründe warum ich mich für das PPP beworben habe ist, dass ich mich sehr für Politik, vor allem internationale Politik, interessiere und schon immer davon geträumt habe eine Zeit lang im Ausland zu leben. Als ich dann vom PPP erfahren hatte ergriff ich direkt die Chance und bewarb mich, da es sich voll und ganz mit meinen Interessen für Sprachen, Kultur und Politik überschneidet. Zuhause war ich vor allem im Bereich der Schülervertretung und Flüchtlingshilfe engagiert und spielte Fußball.

Mein Staat, mein Heimatort und meine Familie

Da ich als einer der ersten der PPP-Stipendiaten in die USA reisen durfte habe ich die Möglichkeit hier zu berichten, wie es tatsächlich vor Ort ist. Mein neues zu Hause sollte die 50.000 Einwohner Stadt Brentwood in Kalifornien werden. Über 9000 Kilometer von meinem alten zu Hause entfernt lebe ich nun in einem großen Haus zusammen mit meinen Gasteltern, die beide Mitte 50 sind und einem gleichaltrigen Gastbruder sowie zwei 18-jährigen Gastschwestern. Brentwood liegt in Nordkalifornien am äußersten Rand des sogenannten Central Valleys, zählt aber noch zur Bay Area und wird häufig als eine Vorstadt von San Francisco bezeichnet, da viele der Bewohner Brentwoods dort arbeiten. Auch wenn das Meer bzw. San Francisco eineinhalb Stunden entfernt sind hat es sehr große Vorteile in Brentwood zu leben. Neben den niedrigeren Grundstückspreisen und Annehmlichkeiten wie Golfplätzen oder sogar Gated Communities ist auch das Wetter deutlich besser. Während es in San Francisco und Oakland im Sommer höchstens 20°C bis 25°C werden aufgrund des nahen Pazifiks sind es in Brentwood und den umliegenden Städten bis zu 40°C. Zur Schule werde ich auf die Heritage High School ca. 20 Minuten zu Fuß entfernt gehen. Die Schule ist ein Ort an dem viele unterschiedliche Kulturen und Ethnien zusammenkommen und die tatsächlich eurasisch-weiße Bevölkerung ist in der Minderheit, was ziemlich gut die Zusammensetzung der kalifornischen Bevölkerung mit vielen asiatischen und lateinamerikanischen Einflüssen widerspiegelt. Ich freue mich schon sehr auf den ersten Schultag.

Politisches Kalifornien

Der erste Eindruck denn ich bisher von Kalifornien und seinen Bewohnern bekam bestärkte die vorherrschende Meinung, dass Kalifornien einer der liberalsten Orte der Welt ist. Während die Städte urdemokratisch sind, gibt es in den Vorstädten auch einen größeren Teil an als Republikaner registrierten Wählern, wobei die Demokraten stets mehr als 50% der Stimmen erlangen. Es scheint jedoch, dass in Kalifornien die Akzeptanz für Andersdenkenden, ethnische Minderheiten und besonders LGBTQ+ Menschen bei jeglicher Art der Parteipräferenz sehr hoch ist und sich die Unterscheidung zwischen Republikanern und Demokraten zumindest in den küstennahen Regionen hauptsächlich auf wirtschaftliche Fragen beschränkt. Zumindest bei der Wahlentscheidung.


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